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KUNSTSCHIESSPLATZ
schiessmich!!!
Die Pflicht gegen
sich selbst besteht darin, dass der Mensch die Würde der Menschheit in seiner
eigenen Person bewahre.
Immanuel Kant
Die Installation Kunstschießplatzes schiessmich!!! ist
eine Beschäftigung mit Immanuel Kants Würdebegriff: Jeder Besucher hatte hier
die Möglichkeit auf sein eigenes Konterfei zu schießen.
Beim Schiessen beispielsweise in Computerspielen tötet man den
„Gegner“ eher mit Lust. Ein Feindbild und Unterscheidungskategorien zwischen Gut und Böse verdrängt psychische Barrieren und läßt Töten und Erschießen
nachvollziehbar erscheinen.
Der Kunstschießplatz will Gefühle provozieren: kann man auf sich
oder andere schießen?
Im Moment mit der Waffe in der Hand auf sein eigenes Bild zu
schießen, wechselt die Reflexionsebene. Normalerweise reflektiert man gar
nicht, denn man unterscheidet zwischen Gut
und Böse: jetzt schieße ich wirklich
auf einen Menschen, nämlich auf mich selbst.
Der Kunstschießplatz darf durchaus als Versuchsanordnung gesehen
werden: Wie ist das, wenn ich auf mein Bild schieße?
